Termine 2009        Kenia-Reisebericht

Kenia-Reisebericht (13.09.2005-29.09.2005)

Angefangen hat alles mit einem kleinen Artikel, den ich eines Sonntags morgens im Juni 2005 im hiesigen “Sonntagsblitz“ las. 17 Tage bei einer kenianischen Familie nahe des Viktoriasees in landestypischen Lehmhäusern wohnen und eine fremde Kultur hautnah erleben. Genau das sprach mich an. Ein persönlicher Austausch und den Alltag der Stämme „Gusii“ und „Luo“ kennenzulernen. „Vom Wasser -und Feuerholzholen über gemeinsames Töpfern, Marktbesuchen, Naturerlebnissen wie die Stille afrikanischer Äquatornächte mit abertausenden funkelnden Sternen.“ Und mit dieser Reise zu einer direkten Unterstützung in der Entwicklungsarbeit beizutragen. Ich wendete mich an den Fuldaer Verein „Lebendige Kommunikation“, der mit dem Forschungs-Projekt „Frauen in Kenia“ zusammenarbeitet und diese Begegnungsreise organisiert. Dort bekam ich detaillierte Informationen. Auch darüber, das die Möglichkeit besteht sich und seine Fähigkeiten einzubringen. Da ich engagiert als Heilpraktikerin und Physiotherapeutin mit dem Schwerpunkt Craniosacraltherapie tätig bin hat mich dieser Aspekt sehr angesprochen. Zumal mir bekannt war, dass Afrikanerinnen aufgrund der ausgeprägten Lendenlordose häufig über Rückenschmerzen klagen. >>


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Jetzt galt es die Reise und den Termin mit meiner 13 jährigen Tochter und meinem Lebensgefährten abzusprechen. Nach der ersten Überraschung über meine „Alleinreise„ nach Afrika war alles weitere recht unproblematisch. Und ich bekam „grünes Licht“. Mit weiteren Informationen über die Reise kamen auch die Impfempfehlungen des Tropeninstitutes aus Würzburg. So wurde dann die Reisevorbereitung ganz konkret. Zum kennen lernen der Gruppe, wir würden 7 Frauen sein, und der Reiseleiterin, trafen wir uns an einem Wochenende Anfang September in Fulda. Die Spannung war groß auf die anderen mitreisenden Frauen. Wir waren eine Mischung aus dem Norden, Süden und Osten Deutschlands, mit einem Durchschnittsalter von 40 Jahren, wie sich herausstellte. Es gab Gelegenheiten durch Gespräche in der Gruppe, wie auch zu zweit, sich kennen zulernen. Außerdem bekamen wir viele Informationen über Kenia, das Land, die Menschen, die Kultur, die Natur und unsere Aufenthaltsorte dort. Meine Vorfreude auf diese außergewöhnliche Reise stieg. Und ich machte mir konkrete Gedanken über meinen Workshop, den ich halten wollte: Vermitteln von gezielten Übungen zur Rückengymnastik speziell im Lendenwirbelbereich, sowie praktisches Anwenden der Craniosacraltherapie als Partnerarbeit um sich auch gegenseitig unterstützen zu können. << ::: Seite 2 ::: >>


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Mit einem guten Gefühl fuhr ich zurück nach Nürnberg. Der Abreisetag kam schnell. Am 13.09.2005 war es soweit. Abschied von der Familie. Alleine war ich lange nicht verreist. Der Zug nach Frankfurt ging um 13.35. Dort traf ich die erste Mitreisende. Zu zweit kamen wir mit Verspätung in Frankfurt an, da der Zug einen technischen Defekt hatte. Alle anderen warteten bereits auf uns um einzuchecken. So blieb uns nicht viel Zeit bis zum Abflug nach Amsterdam. Dort hieß es umsteigen in den großen Flieger nach Nairobi. Der Langstreckenflug ging über 8 Stunden durch die Nacht und war nicht so komfortabel weil die Müdigkeit kam, aber der Sitz nun mal kein Bett. Morgens um 6 Uhr waren wir in Nairobi und wurden von der Reiseleitung, einer kenianischen Begleitung und dem Fahrer unseres Busses herzlich begrüßt. Unser erstes Ziel war das YMCA in Nairobi, quer durch die Stadt, in der die Rushhour tobte. Angekommen, konnten wir uns für 3 Stunden zurückziehen. Ich habe die Zeit genutzt um den fehlenden Schlaf etwas nachzuholen und mich zu erfrischen. Auf der Terrasse erwartete uns eine kleine Stärkung: Toast mit Marmelade und Chai (Tee mit Milch). Für diesen ersten Tag waren gleich zwei Ausflüge geplant, die sich gut verbinden ließen.
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Bei leichtem Nieselregen ging’s zuerst zum Karen Blixen Haus, im Kolonialstil erbaut und von einem schönen Park umgeben. Große Bäume mit wunderschönen Blüten in kräftigen Farben lila und rot. Ein Weihnachtsstern als Baum, ein Bürstenbaum“ in leuchtendem rot. Eine geführte Besichtigung folgte mit Informationen über das Leben der Karen Blixen, ihre Kaffeeplantagen und ihren Rückgang nach Dänemark. Nach diesen Eindrücken hatten wir uns eine Picknickpause verdient. Papaya, Ananas, Bananen, Brot, Marmelade und Kekse wurden aufgetischt und wir ließen es uns gut schmecken. Danach besuchten wir den Nationalpark in der Nähe Nairobis. Dieser gilt als besonders sicher, da er in der Nähe einer großen Stadt liegt. Und tatsächlich konnte man von manchen Stellen dort die Hochhäuser der Stadt sehen. Die Fahrt dorthin dauerte ca. eine ¾ Stunde, über viele Schlaglöcher und Unebenheiten, vorbei an kleinen Märkten, Ständen, wo Obst und Gemüse verkauft wurde. Vor allem kleine Bananen wurden überall angeboten. Der Nationalpark ist sehr weiträumig angelegt und hat auch eine Verbindung zu den anderen großen Nationalparks, sodass die wilden Tiere wirklich wandern können und viel Platz haben.
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Es gab weite Landschaften, wo wir zuerst in der Ferne kleine Herden mit Zebras sahen, ebenso eine Büffelfamilie, ein Rhino und ein Nashorn. Plötzlich in der Nähe Giraffen, Vater, Mutter und zwei junge Giraffen, ganz nah. Danach kreuzten einige Zebraherden gemächlich unseren Weg. Giraffen tauchten immer wieder in unserem Blickfeld auf. Die langen Hälse waren nicht zu übersehen. Rehe standen am Wegesrand. Ein Straußenpaar graste gemütlich auf der Weide. Später führte uns ein Ranger an einem Fluss entlang, wo wir kleine Krokodile sahen und uns kleine neugierige Äffchen begleiteten. Auf unserem Weg hinaus schlich ein Schakal durchs Geäst, dreifarbig, weiss, braun und mit einem gepunkteten Streifen auf dem Rücken. Es war gegen 18 Uhr und es dämmerte schon langsam. Mit Einbruch der Dunkelheit kamen wir wieder in unserer Unterkunft an. Erschöpfung war allen an zu sehen. Das Abendessen, Reis, Chapati, Gemüse tat sehr gut und wir fielen müde in unsere Betten, doch nicht, ohne vorher das geräumige Moskitonetz herunterzulassen. Am nächsten Morgen nahmen wir das Frühstück auf der Terrasse ein: Papaya, Bananen, Toast, Orangenmarmelade in Erinnerung an die Kolonialzeit.
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Unterdessen wurde das Gepäck auf dem Dach unseres Busses verstaut, der uns nach Jala, in die Nähe des Viktoriasees, bringen sollte. Diese Reise würde den ganzen Tag beanspruchen. Zuerst nicht so recht verständlich, aber als wir eine Weile unterwegs waren, und die Schlaglöcher reichlich, die Straße teilweise Piste war, leuchtete es uns ein. Eine staubige Angelegenheit war es ebenso. Außerdem gab es viele Straßenkontrollen der Polizei. Aus dem Fenster gab es viel zu sehen. Viel Grün; Hügel, Felder in der Ferne auch immer wieder einige Anhöhen, meist bewachsen. Den ersten Halt machten wir am Grabenbruch. Dort ging es wirklich steil abwärts, sehr eindrucksvoll. Bei der Weiterfahrt gab es jede Menge Esel zu sehen, meist bepackt und in Gruppen. Dann wiederum liefen Herden von Zebras links und rechts des Busses entlang und einige kleine Affen. Wir sahen Kinder in Schuluniformen auf dem nach Hause Weg. Wenn sie uns als Muzungus (Weiße) erkannten winkten sie oft. Und wir natürlich zurück. Das waren sie: Flamingos in Scharen. Weiter ging es nach Kericho. Rundherum viele Teeplantagen so weit das Auge reicht. Plantagenarbeiter mit Körben auf dem Rücken, die emsig die Teeblätter einsammelten.
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Eine wohlhabende Gegend. Später gab es eine Rast an einer Tankstelle mit Restaurant. Dort wurden uns Samosas empfohlen. Eine Hackfleisch-füllung im Teigmantel in Fett ausgebacken. Da hier viele Inder verkehrten war es schön scharf gewürzt. Das sollte hier in Kenia meine Lieblingsspeise werden. Dazu Mangosaft in der Flasche. Lecker. Von dort aus ging es noch einige Stunden weiter über die „narrow Roads“. Es dämmerte irgendwann, leichter Nieselregen setzte ein. Als wir die Straße verlassen und das letzte Stück des Weges auf der schmalen Sandstrasse zurückgelegt haben ist es ca. 21 Uhr.Der Regen hat zugenommen und wir sind etwas müde und auch aufgeregt. Dann sind wir da, in Jala, weit weg von allem, vor allen Dingen von zu Hause, von der Zivilisation, wie wir sie kennen. Als der Bus auf den Compount zufährt, kommen uns die Frauen singend und tanzend entgegen. Lange hatten sie heute schon auf unsere Ankunft gewartet. Die Freude war doppelt, zum einen waren wir, die Visiters endlich da, zum anderen brachten wir auch noch den Regen mit, der seit 4 Wochen ausgeblieben war. Denn Regen bringt Segen, das trifft hier noch zu. Ein reichhaltiges Mahl wartete auf uns. Doch die Müdigkeit ließ uns etwas zurückhaltend sein. 3 Tage mehr oder weniger sitzend und ruckelnd verbracht zeigten jetzt ihre Spuren. << ::: Seite 7 ::: >>


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Die Kenianerinnen sahen es uns nach und bald konnten wir in unsere Hütten, wo der rettende Schlaf einsetzte. Am nächsten Morgen in der Früh konnten wir dann sehen, wo wir jetzt waren. Unsere Lehmhütte bestand aus vielen aneinander gereihten Zimmern, mit drei separaten Eingängen. Alle verfügbaren Betten und Moskitonetze waren zusammengetragen worden um uns ein gemütliches Nachtlager zu schaffen. Kleine Fenster ohne Scheiben, aber mit Türchen zum verschließen befanden sich an der Außenseite. Die Wände waren aus Lehm gebaut, der Dachfirst aus langen dünneren Baumstämmen. Darüber lag das Wellblechdach. Es ist dem Strohdach gewichen, weil die Termiten es vernichten binnen 2 bis 3 Jahren. Bevor die erwachsenen Söhne unserer Gastgeberfamilie geheiratet haben, waren es ihre Hütten gewesen. Jetzt hatte jeder von Ihnen mit seiner Familie eine eigene Hütte auf dem Compount der Eltern. Der erste, älteste rechts hinten auf dem Compaunt, der zweite links hinten, der dritte, rechts vor dem ältesten, der vierte links vor dem zweit ältesten. Es gibt hier also feste Regeln für diese Dinge. Das war uns gänzlich unbekannt. Vor unserer Hütte befand sich eine kleine Grasfläche. Dahinter Bäume und Sträucher, die die „Straße“ abgrenzte. Seitlich der Hütte war unser Waschplatz gebaut.
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Ein Holzgestell, mit freiem Blick in den Himmel, Plastikplanen, für zwei separate Waschplätze. Je 2 Waschschüsseln und Wassereimer, sowie Kalebassen als Schöpfgefäße zum waschen. Das benutze Wasser wurde auf das dahinter liegende Grünkohlfeld entsorgt. Um uns herum liefen Hühner in allen Größen. Die kleinsten waren gerade dem Ei entsprungen. Hinter der Hütte war die Toilette. Ein Plumpsklo aus Lehm gebaut mit einer Art Zementboden. Die Öffnung führte in ein ca. 10 Meter tiefes Loch, welches von darauf spezialisierten Grubenbauern gegraben wurde. Davor befand sich eine Waschschüssel mit Kalebasse und ein Wassereimer, der für uns immer wieder aufgefüllt wurde. Die Wasserstelle befand sich ca. 300 Meter entfernt. Und Frauen tragen die großen, gefüllten Wassereimer auf ihren Köpfen. Wir gingen zum Frühstück in den Wohnraum unserer „Gasteltern“. Ein großer Raum mit vielen Sesseln, Couchtisch, Sitzbank und einem großen Eimer mit abgekochtem Wasser. Dort konnten wir unsere Trinkflaschen ständig auffüllen. Zum Frühstück gab es Ananas, Bananen, Chai, Weißbrot, Marmelade, Blueband (Margarine), Erdnussbutter und Avocadocreme. Wir bedienten uns gerne.
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Nach dem Frühstück fanden neben der Kochhütte die Vorbereitungen für den Solarkocher statt. Ein Projekt der „Lebendigen Kommunikation“, um das Kochen in der Kochhütte zu reduzieren. Denn durch den Rauch platzen auf Dauer die feinen Äderchen in den Augen und die Frauen, die für das kochen zuständig sind erkranken an chronischer Bronchitis. Die Solarkocher sind teilweise aus Holz gebaut oder aus Pappe und entsprechend mit Alufolie beschichtet, so dass die Sonne ihre Strahlen reflektiert und das Kochgut über Stunden gar kocht. Deshalb wird in der Früh bereits alles vorbereitet. Gemüse geschnippelt, Kartoffeln geschält, Reis gepult und „aufgesetzt“. Nach 4 bis 6 Stunden ist das Essen fertig. Der Geschmack ist intensiver, da im eigenen Saft gegart. Dies sollte zu einer täglichen Aufgabe für uns werden. Jede von uns hatte ein Brettchen und Messer dabei. Um uns herum liefen dabei die Hühner. Ziegen und Rinder standen teils angepflockt an den Vorratshütten, im angrenzenden Kral oder frei ganz in unserer Nähe. Der „Hausarbeit“ folgte ein Spaziergang in die Umgebung. Sandwege, von Hecken aus Wandelröschen, Christdorn, blühenden Aloe vera Pflanzen und Bäumen gesäumt.
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Sandkuhlen durch den Regen immer wieder ausgespült. Junge Männer auf Rädern, Schulkinder in ihrer Uniform, Radlertaxis mit den schön bunt gepolsterten Gepäckträgern. Und ab und zu ein Matatu, Bustaxi. Von allen wurden wir sehr aufmerksam angeschaut. Um uns herum war es sehr grün. Die Hütten lagen immer wieder links und rechts mit viel Platz zum nächsten Compound. Die Wasserstelle für die Tiere als Tränke genutzt, für die Afrikanerinnen zum Wasser holen halbwegs erreichbar. Nach 11/2 Stunden, die wie im Flug vergangen waren, kamen wir wieder „zu Hause“ an. Hunger stellte sich ein. Das Mittagessen war für uns schon vorbereitet. Es gab Reis, Bohnen und Kumawiki sprich Grünkohl. Alles sehr schmackhaft. Danach konnten wir etwas ruhen, im Gras, im Schatten oder in der Sonne bei ca.25°. Als wir uns dann auf den Weg machten um die Kenianer-innen zu treffen ging ein doller Platzregen auf uns nieder mit Blitz und Donner. So waren wir dann klatschnass als wir ankamen. Doch durch die sommerlichen Temperaturen trocknet alles sehr schnell. Im Gespräch erfuhren wir viel über die Lebenssituation der „Luo.“ In der Regel wird sehr früh geheiratet, ab dem 16. Lebensjahr. 10 bis 12 Kinder zu bekommen ist normal.
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Als Frau allein zu leben, mit oder ohne Kinder, auch bei verwitweten, ist nicht möglich. Die Arbeiten wie kochen, Wasser holen, Feuerholz sammeln, sauber halten, Wäsche waschen ist Frauensache. Die Männer und Jungen bringen die Rinder zum Grasen. Die älteren Mädchen müssen oft auf die jüngeren Geschwister aufpassen. Selbst dreijährige kümmern sich häufig um einjährige Geschwister wenn die Mutter mit anderen Dingen beschäftigt ist. Wenn sich die Frauen in Ihrer Frauengruppe treffen, in der Regel einmal wöchentlich am Abend, stellen sie Waren her, die sie auf dem Markt verkaufen. Zum Beispiel Gefäße aus Ton. Der Ton wird bei der Wasserstelle gewonnen, dort abgestochen, in Plastiktüten transportiert und auch gelagert. In Handaufbau, sprich Würstchentechnik, werden bauchige Gefäße hergestellt und zur Aufbewahrung verwendet. Da sie nur einmal gebrannt und unglasiert sind, sind sie nicht ganz wasserdicht. Auch werden Körbe und Taschen geflochten, aus getrockneten Bananenblättern. Teilweise sind diese bunt eingefärbt und haben so den typischen Charakter der so genannten „3. Weltkörbe.“ Ebenso werden Sisalkordeln hergestellt.
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Die Sisalpflanze wird geschnitten, das Blatt eingeritzt und in der Sonne getrocknet. Danach wird es durch zwei aufeinander liegende Äste, eins davon mit einem kleinen Metallstreifen versehen, gezogen. Dabei verliert es die grüne Ummantelung und der dünne sehr feste Sisalfaden bleibt übrig. Dieser wird getrocknet und dann zu Sisalschnüren verarbeitet. Und schon war es Abendbrotzeit geworden. Es gab gekochte Bananen, die allerdings wie Kartoffeln schmeckten, Reis und Kohl aus der Solarbox, der besonders saftig schmeckte. Zurück zur Hütte ging es im Regen und im Dunkeln mit Taschenlampe und Petroleumlampe, die uns auch in der Hütte noch Licht spendete. Das Zähneputzen fand im Freien im Regen statt. Unterm Moskitonetz im Schein meiner Stirnlampe schreib ich in mein Tagebuch und lese über Afrika. Andere Geräusche als zu Hause wecken mich in der Früh. Hühnergeschrei, viele verschiedene Vogelstimmen, und in der Ferne Gemurmel von vorbeigehenden Kindern und Erwachsenen auf dem Weg zur Schule oder zum Feld. Ab sechs Uhr steht eine nach der anderen auf. Um sieben Uhr treffen wir uns bereits um eine der Frauen zu besuchen und mit ihr den Tag zu beginnen.
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Ihr Compound ist nur ca. 200 Meter entfernt. Unterwegs sammeln wir noch einige Hacken ein, damit jede von uns ein Arbeitsgerät zur Verfügung hat. Schon sind wir bei ihrem Maisfeld angekommen und los geht’s. In Reihen hacken wir uns vorwärts. Reißen Minze raus, die hier nicht hergehört und lockern den Boden. Es ist erstaunlich wie schnell wir zu so vielen vorankommen. Normalerweise arbeitet eine Frau allein. Ungewöhnlich für uns sind die kurzen Hacken. Da ist es notwendig sich tief zu bücken. Wir haben viele Zuschauer. Weiße Menschen so arbeiten zu sehen ist nicht üblich. Nach einer halben Stunde dürfen wir aufhören und weiter geht’s zum Feuerholz sammeln direkt bei ihrem Compound. Aus dem Gestrüpp wird kleines Holz gezogen, gebrochen und auf einem Haufen gesammelt. Einige Kratzer bleiben nicht aus. Wir brauchen 3 Bündel Holz für diesen Tag. Einen fürs Frühstück, einen fürs Mittagessen und einen fürs Abendbrot. Als dieses geschafft ist steht unser Frühstück bereit in ihrem Wohnzimmer. Hier ist es geschmückt mit vielen selbst gehäkelten Deckchen auf dem Tisch, in den Regalen. Die „Ampeln“, die von der Decke herunterhängen sind sisalgeknüpft und auch mit Deckchen behangen. Fotografien zieren die Wand. Es ist sehr gemütlich. Wir lassen uns das Frühstück schmecken. Unterhalten uns mit unserer Gastgeberin über ihre, unsere Familien. << ::: Seite 14 ::: >>


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Normalerweise arbeitet eine Frau allein. Ungewöhnlich für uns sind die kurzen Hacken. Da ist es notwendig sich tief zu bücken. Wir haben viele Zuschauer. Weiße Menschen so arbeiten zu sehen ist nicht üblich. Nach einer halben Stunde dürfen wir aufhören und weiter geht’s zum Feuerholz sammeln direkt bei ihrem Compound. Aus dem Gestrüpp wird kleines Holz gezogen, gebrochen und auf einem Haufen gesammelt. Einige Kratzer bleiben nicht aus. Wir brauchen 3 Bündel Holz für diesen Tag. Einen fürs Frühstück, einen fürs Mittagessen und einen fürs Abendbrot. Als dieses geschafft ist steht unser Frühstück bereit in ihrem Wohnzimmer. Hier ist es geschmückt mit vielen selbst gehäkelten Deckchen auf dem Tisch, in den Regalen. Die „Ampeln“, die von der Decke herunterhängen sind sisalgeknüpft und auch mit Deckchen behangen. Fotografien zieren die Wand. Es ist sehr gemütlich. Wir lassen uns das Frühstück schmecken. Unterhalten uns mit unserer Gastgeberin über ihre, unsere Familien.
Hier erleben wir zum ersten Mal die Polygamie. Wir sind bei der zweiten Frau eines Mannes eingeladen, der drei Frauen geheiratet hat. Alle drei Frauen haben für uns gekocht und halten zusammen.
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Es gibt Reis, Linsen, Süßkartoffeln, Grünkohl, Hähnchen, Bananen und Orangen. Wir kommen ins Gespräch, auch darüber, dass nicht alle Frauen begeistert sind, wenn der Ehemann sich eine 2. oder 3. Frau nimmt, doch per Gesetz ist es ihm erlaubt. Draußen beginnt es plötzlich stark zu winden. Es scheint ein großer Regen im Anmarsch zu sein. Es heißt, wenn er einmal anfängt, hört es so schnell nicht mehr auf. Also brechen wir kurz entschlossen auf. Schließlich liegt ein Fußmarsch von einer Stunde vor uns. Kaum haben wir den Compound verlassen beginnt es zu regnen. Der Wind nimmt zu, so dass der Regenschirm gefährlich wird. Die Pfützen füllen sich rasch bei dem immer stärker werdenden Regen. Schon bald sind alle Regenjacken durchnässt. In meinen Schuhen kann ich wassertreten. Der Boden wird rutschig, somit können wir gar nicht so schnell laufen. Irgendwann ist alles durchnässt. Endlich in der Hütte angekommen können wir uns umziehen. Die Kleider und Schuhe werden wieder trocknen. Der Regen hält an und wir versammeln uns alle in einer Hütte, sitzen gemütlich auf den Betten und erzählen uns Geschichten. Von den Reiseleiterinnen bekommen wir heißen Chai, Bananen und Passionsfrüchte serviert. Das steigert die Gemütlichkeit. << ::: Seite 16 ::: >>


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Bis zum Abendbrot vergeht die Zeit im Pfluge, der Regen hält sich. Avocadocreme und Ananas esse ich an diesem Abend. Lecker. Als wir in der Früh aufwachen hat der Regen aufgehört. Zwei von uns haben mit den Kenianerinnen auf unserem Compound das Frühstück vorbereitet. Zwei andere Frauen wurden von zwei Kenianerinnen der Frauengruppe nach Hause begleitet um dort bei der morgentlichen Arbeit zu helfen. Feuerholz sammeln, auf dem Feld hacken, Porridge zubereiten, Wasser holen oder auch Wäsche waschen. Jeden Morgen wechselte die Einteilung. Nach dem Frühstück haben wir gewaschen. Meine Hose war am Vortag so nass und sandig geworden, dass ich nicht drum herum kam. Somit hing überall Wäsche, Schuhe standen herum, teils auf dem Dach, weil die Sonne dort gut hinkam. Ein buntes Bild. Heute steht ein Ausflug nach Mosocho an, ins Building der „Vivid Kommunikation“. Die Mitorganisatoren unserer Reise. Wir werden von den Fahrern mit einem gemieteten Matatu abgeholt. Über die Piste, in knapp einer ¾ Stunde sind wir da. Ein neu errichtetes Haus, von Kenianerinnen mit gebaut, zum erstaunen der männlichen Handwerker. Hier werden Vorträge und Workshops gehalten, vor allem zur Genitalverstümmelung der Mädchen und warum sie doch eher davor bewahrt werden sollen. << ::: Seite 17 ::: >>


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Viele Lehrer nehmen inzwischen an Wokshops teil, die über 3 Jahre hinweg gehen und mit einem Zertifikat belohnt werden. Im Frühjahr diesen Jahres ist die erste Gruppe fertig geworden und bei einer großen Feierlichkeit wurden Ihnen die Zertifikate überreicht. Viele Informationen für uns und das Gefühl, dass vieles hier im Land in Bewegung ist, dass Entwicklung da ist. Das Mittagessen nahmen wir auswärts ein. Ein „Hotel“ bei uns ein Restaurant in der Stadt. Frisch gepressten Passionsfruchtsaft gab es dort. Ein Labsal für mich. Ansonsten Chapati, Chips, Reis und Cabbich. Ein kleiner Spaziergang durch den Ort löste bewundernde Blicke aus. So viele „Muzungus“ auf einmal. Die Sonne brannte vom Himmel und wir gingen zurück zum Building um uns weiter über die Arbeit dort zu informieren.Eine Mädchenklasse einer Secundary School war ebenfalls zu Gast. Im Alter von 12 bis 14 Jahren und in Schuluniform gekleidet. Mit meiner Nachbarin, einem 14 jährigen Mädchen kam ich ins Gespräch über Schule, Kenia und Deutschland. Gegen späten Nachmittag fuhren wir zurück. Es gab Rührei zum Abendessen neben Reis aus der Solarbox und Cabbich. Am nächsten Morgen standen wir um 5.30 Uhr auf. Ein Ausflug zum Viktoriasee stand heute auf dem Plan. << ::: Seite 18 ::: >>


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Handschmeichlertiere aus Speckstein, Trommeln für die Daheimgebliebenen. Zum Essen kehrten wir ein. Es gab meine Leibspeise, Samosa und Chai. Die Weiterfahrt zum Viktoriasee, dem zweitgrößten See überhaupt, dauerte nicht lang. Ein Biologe mit Namen Taitas erwartete uns um uns in die Welt der Flora und Fauna einzuführen. Ein Kormoran saß auf einem Stein gegen den etwas trüben Himmel. Wasserhyazinthen am Rande neben Wasserlilien. Neben dem sehr gefräßigen Viktoriabarsch, der vor vielen Jahren aus dem Nil hier eingesetzt wurde gibt es auch Butterfische und ganz kleine Fische. Stockfisch hing an den Bäumen zum trocknen. Zur Stärkung gab es ein Picknick. Bananen, Papaya, süßes Brot, Ananasmarmelade, Brot, Kekse. Hmm…., sehr lecker. Die Weiterfahrt führte uns zu den teils riesigen Felsformationen Mik cane, was soviel bedeutet wie die allererste Frau eines Mannes. Eine Kletterpartie hoch hinaus, die mit einem weiten Blick über die wunderschöne Landschaft belohnt wurde. Danach machten wir uns auf den Heimweg, erschöpft und erfüllt von den beeindruckenden Bildern des Tages. Der nächste Tag galt dem Handwerk. Nach dem Frühstück hieß es Ton holen. Nahe der Wasserstelle wurde er mit einem Metallstreifen aus der Erde geschält und in Plastiktüten, so hält er am besten die Feuchtigkeit, nach Hause transportiert. << ::: Seite 19 ::: >>


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Dort wurden die typischen bauchigen Gefäße per Hand getöpfert und nach alter Technik mit einem Hölzchen Muster eingeritzt. Sisalblätter wurden und gerupft, getrocknet und zu Kordeln und Blumenampeln verarbeitet. Es kamen viele Frauen aus der Umgebung dazu. Ein reges, fröhliches Treiben. Auch wir konnten uns beteiligen. Zwischendurch gab es Chapati, eine Art Pfannkuchen mit Linsen oder Zucker. Gegen Abend setzte der Regen ein und wir sitzen in einer Hütte zusammen und erzählen unsere Erlebnisse des Tages. Der nächste Tag beginnt um 7 Uhr. Nach dem Frühstück bauen die Kenianerinnen einen kleinen Markt für uns auf mit all ihren selbst gefertigten Sachen. Töpferwaren, Sisalseile, Palmenblattflechtuntersetzer, Kalebassen, Bananenblatttaschen, kleine Handbesen aus Seegras. So können wir einiges als Mitbringsel für zu Hause erstehen. Heute fahren wir nach Kissi zu einer anderen Frauengruppe. Zuerst halten wir in Mosocho und besuchen eine Secundary School. Diese existiert erst seit 5 Jahren. 4 Klassenräume, 1 Chemieraum mit Bibliothek, der besondere Stolz ,1 kleines Rektorenzimmer und eine Küche. 8 Lehrer und der Rektor unterrichten hier. Finanzielle Unterstützung ist auch hier notwendig, die auch vom Building geleistet wird. << ::: Seite 20 ::: >>


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Die Schüler tragen Uniform und legen teilweise lange Fußmärsche zurück um zur Schule zu gelangen. Lunch nehmen wir draußen ein unter einem Strohdach zusammen mit den Lehrern. Ein ausführlicher Spaziergang schließt sich an, durch die Felder mit Blick auf die sanften Hügel. Nachmittags treffen wir bei der Frauengruppe ein mit unserem Bus und kleinem Gepäck bzw. zwei von uns brauchen doch ihren ganzen Koffer. Untergebracht waren wir auf dem Grundstück des Oberbürgermeisters der Region. Ein geräumiges Steinhaus, 2 Lehmhütten, 1 Kochhütte und ein Unterstand grasbedeckt der extra für uns errichtet wurde, damit wir draußen ein schattiges Plätzchen haben. In den Lehmhütten, die Gras gedeckt waren schliefen wir. Wir wurden sehr herzlich mit Gesang und Tanz begrüßt, stellten uns gegenseitig vor und richteten uns in unserer Hütte ein. Zum Abendessen gab es Huhn, Reis, Gemüse, Ugali, Wimpe und ganz viel Ananas zum Nachtisch. Der Oberbürgermeister begrüßte uns, etwas verunsichert aber sehr freundlich. Danach gingen wir in unsere neue Unterkunft. Nach einer ausgeruhten Nacht und leckerem Frühstück wurden uns die Felder gezeigt. Bananen, hingen üppig an den Stauden. Bergan ging`s an Mais und Bohnenfeldern vorbei zu den Groundnuts. << ::: Seite 21 ::: >>


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In der Erde wachsend, zu erkennen an zartem Grün, das aus der Erde schaut. Sie werden dann herausgezogen, die Erde abgeklopft. Weiterverarbeitet, entweder gekocht oder geröstet über dem Feuer. Ein Besuch bei einer allein stehenden Frau schloss sich an mit vielen sehr persönlichen Gesprächen. Dort nahmen wir auch unser Mittagessen ein mit frischen Avocados und Chapati. Der Spaziergang zurück in der Sonne machte uns müde. Nach dem Ausruhen wollten wir für die Kenianerinnen kochen, Kohlrouladen (Krautwickel). Sie schauten uns gespannt zu und halfen uns das Hackfleisch einzurollen. Diese Art der Krautverwendung war ihnen neu. Und beim Abendessen langten sie zu. Es hat ihnen geschmeckt. In der folgenden Nacht muss es sehr heftig gestürmt haben, wovon ich allerdings nichts mitbekommen habe. Ich war am Morgen ganz ausgeruht und voller Tatendrang. So ging ich gleich in die Kochütte um beim Frühstück zu helfen. Der Chapatiteig lag schon da, und wollte nur noch von mir ausgerollt werden. Ich ging in der Hocke in die Hütte, und war somit unterhalb des Rauchs. Jetzt konnte ich den Teig ausrollen und in der Pfanne über dem offenen Feuer backen.
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Chapatis mit Ananas und Banane war mein Frühstück. Danach schlossen sich Dankesreden an. Der Abschied nahte. Gesang begleitete uns beim wegfahren. Viele Gedanken bei der Rückfahrt an diese Frauen, die uns an ihrem Leben so eng haben teilnehmen lassen. Ein Halt in Oyugis mit Marktbesuch unterbrach die Rückfahrt. Bunt und vielseitig wie das Leben war das Angebot. Getreide in Körben, Fische, Obst, Kleider, Körbe, Seife, alles was man braucht gab es zu kaufen. Danach besuchten wir das dortige Krankenhaus und waren beeindruckt von der Sauberkeit und Hygiene dort. Am späten Nachmittag fuhren wir zurück nach Jala. Wir wurden bereits erwartet. Allgemeines Wäschewaschen war angesagt. Ich traf mich mit 2 Kenianerinnen und einer Reiseleiterin um meinen Workshop mit dem Thema Rückengymnastik und Craniosacraltherapie vorzubereiten. Afrikanerinnen haben eine stärker ausgeprägte Lordose der Lendenwirbelsäule als wir Europäer. Durch das Tragen von Lasten auf dem Kopf ist die Muskulatur der Hals-und Brustwirbelsäule sehr stark ausgebildet und die Lendenlordose wird verstärkt, so dass Schmerzen in diesem Bereich auftreten. Das war mein Ansatz in diesem Bereich Unterstützung anzubieten durch praktisches Tun.
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Danach wartete das Abendessen. Auf dem Weg zurück zur Hütte gab es den ersten sternenklaren Himmel während unseres Aufenthaltes. Beeindruckend so hell, so klar und so viele Sternenbilder waren zu erkennen. Vor dem ins Bett gehen das abendliche Ritual. Die vielen kleinen Tierchen aus meinem Bett zu schubsen, die jeden Abend wiederkamen. Der nächste Tag fing geruhsam an. Die Sonne schien. Wir gingen spazieren, entdeckten Aloe vera Pflanzen, und genossen das angenehme Klima. Nachmittags kamen die Frauen um an meinem Workshop teilzunehmen. 10 Frauen aus den angrenzenden Compounds, die immer wieder unter Rückenschmerzen leiden. Sie breiteten ihre Leso’s aus im Gras. Ich erzählte ihnen auf englisch was ich vorhatte und warum. Eine der Frauen übersetzte in Luo für die älteren Frauen. 3 Kernübungen zur Kräftigung und Lockerung der Rumpfmuskulatur. Die Verständigung klappte prima und die Motivation der Frauen war groß. Eifrig übten sie während ich herum ging und sie lobte. Danach erklärte ich ihnen die Craniosacraltherapie in den Grundzügen und lies sie zu zweit den Craniosacralrhythmus erspüren am Kreuzbein und an den Füßen.
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Sie waren sehr beeindruckt von der Sanftheit dieser Behandlung und andächtig beschäftigt. Es wurde sehr ruhig. Die Frauen lagen entspannt im Gras und lauschten der Dinge, die da kamen. Einige schliefen kurz ein. Nach dem Partnerwechsel spürte ich bei jeder Frau den Craniosacralrhythmus an den Füßen und konnte weit ausladende Bewegungen feststellen. Langsam räkelten sie sich wieder und setzten sich hin mit einem entspannten Gesichtsausdruck. Viele Schmerzen hatten sich bereits jetzt aufgelöst. Für mich gab es noch einen Applaus. Das war eine sehr schöne Erfahrung für mich. Diese Hingabe der Frauen in die Übungen. Große Zufriedenheit machte sich bei mir breit. Nach dem Abendbrot saßen wir in der Gruppe zusammen um Resümee zu ziehen über diese Reise. Denn bald war sie zu Ende. Am Sonntag stand ein Ausflug an nach Mosocho mit Besuch des Marktes, einem Spaziergang vorbei an Kaffee- und Teeplantagen und dem Besuch bei einem einheimischen Künstler. Der Bildhauer Nikolas unterstützt durch seine Arbeit die Aufklärung über die Genitalverstümmelung. Die Holzmodelle dienen der Anschauung im Unterricht. Die ganze Verwandschaft war gekommen um uns zu begrüßen.
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Es gab auch ein Mittagessen für uns. Und viele Gespräche. Zurück ging es mit dem Bus durch viele Schlaglöcher bei Regen. Der nächste Tag galt dem Haare/Zöpfe flechten. Vier von uns wollten mit Rastazöpfen nach Hause kommen, und Rose unsere kenianische Reisebegleiterin bekam viel zu tun. Dies erforderte außerdem etwas Geduld. Meine Haare waren zwar von der Ausgangslänge die kürzesten, doch hatte ich die meisten auf dem Kopf, somit dauerte es fünf Stunden die künstlichen Zöpfe hinein zu flechten. Doch ich war begeistert von dem Ergebnis. Am Abend gab es Gulasch mit Nudeln von uns gekocht. In der Früh hatten wir schon einiges vorbereitet. Die Kenianerinnen und auch einige Männer kamen zusammen um mit uns zu essen, unser Abschiedsessen. Nach anfänglicher Skepsis wurde dann doch alles aufgegessen. Der nächste Tag galt dem Abschiednehmen. Dankesreden wurden gehalten, getanzt, gesungen und Geschenke ausgetauscht. Wehmut war auch dabei. Abends konnten wir noch einmal in den klaren Sternenhimmel schauen. Der Tag der Abreise war gekommen. Früh am Morgen kamen die Fahrer mit dem Bus. Das Gepäck wurde auf dem Dach verstaut und mit einer Plane abgedeckt.
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Termine 2009        Kenia-Reisebericht

Tränen beim Abschiednehmen und auf ging’s in den noch dunklen Morgen. Wir schauten vor uns hin, jede in sich und ihre Gedanken versunken. Bei einer Pause bei Nakuro gabs noch einmal Samosas und Mandasas, meine Leibspeise. Später an einem der Massaistände wurden die letzten Mitbringsel gekauft. Ich erstand eine bunte Perlenkette, Ohrringe aus einem Naturmaterial und eine kleine Giraffe auf einem Brieföffner. Wir fuhren weiter entlang der weiten Steppe des Massailandes, sahen ihre Rundhütten mit sehr kleinen Fenstern und die typischen roten Stoffe. Sie waren lange ein Nomadenvolk, die mit ihren Rinderherden weiter zogen. In der Ferne zeichneten sich hohe lange Gebirgszüge ab. Eine schöne Stimmung. So hatte ich mir Afrika vorgestellt. Die weite Steppe, in die der Blick schweifen kann. Doch auch Afrika hat viele Seiten. Ester, unsere afrikanische Reisebegleiterin stimmte immer wieder mit uns afrikanische Gesänge an. Das tat unserer Seele gut. Am Abend kamen wir im YMCA in Nairobi an. Müde und mit Vorfreude auf zu Hause bezogen wir noch einmal unsere Zimmer. Der Schlaf war sehr erholsam. Am Donnerstag früh trafen wir uns zeitig zum Frühstück.
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Termine 2009        Kenia-Reisebericht

Noch einmal frische Mangos, Papayas, und Chai mit Milch. Das Gepäck aufs Auto und los in den morgentlichen Berufsverkehr Nairobis. Menschenströme, die zu Fuß zur Arbeit gehen und Autoschlangen, die sich immer wieder vor den vielen mehrspurigen Kreisverkehr stauen. Der Flughafen liegt stadtnah. Beim einchecken fallen wir auf mit unseren vielen Kisten, die wir fürs Projekt mit nach Deutschland nehmen. Der Flug geht diesmal in den Tag hinein. Ich vertreibe mir die Zeit und nutze das Filmangebot, versinke in meine Gedanken und die Zeit geht im wahrsten Sinne vorbei wie im Flug. In Amsterdam der Umstieg. Die letzten Lakritze werden gekauft. In Frankfurt haben wir noch etwas Zeit bis der Zug uns dann endgültig nach Hause bringt. Nachts haben uns unsere Lieben dann endlich wieder. Die Freude ist groß.
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Bilder zum Kenia-Bericht:

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